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  • 24. März 2017

Bericht vom 10. Netzwerktreffen der „Zivilen Enquete Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ am 8. März 2017

Bericht vom 10. Netzwerktreffen der „Zivilen Enquete Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ am 8. März 2017

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Mit gut 40 Personen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik fanden wir uns am 8. März in den Räumlichkeiten der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin zusammen.

Der Vormittag stand unter der Überschrift „Buchvorstellung und Diskussion von Postwachstumspolitiken“. Die Herausgeber Frank Adler und Ulrich Schachtschneider besuchten unsere Runde und stellten ihr neustes Buch vor. Einige der Autor_innen waren ebenfalls zugegen. Die Herausgeber setzen auf eine wechselseitige Befruchtung von treibender Mikropraxis und stützender Makropolitik. Dazu soll der von ihnen herausgegebene Sammelband einen Beitrag leisten. Die Autor_innen befassen sich mit der Frage, mit welchen Politikinhalten und -formen und mit welchen Akteuren man angesichts der Hegemonie von Wachstumsstrukturen diese notwendige Wechselwirkung angehen könne.

Im Anschluss an die Buchvorstellung und Diskussion wurde weiter in den AGs des Netzwerks gearbeitet:

Die AG Kommunikations-Strategien beschäftigt sich mit der Vermittlung von Wachstumskritik in breitere Kreise der Gesellschaft. Als Zwischenergebnisse aus dem Treffen am 8. März stehen wichtige Leitfragen, um Menschen zu erreichen sowie die Grundstruktur eines Narrativs, auf das aufgebaut werden soll. Dieses soll in allgemeinverständlicher Sprache einen Gegenentwurf zum Wachstumsparadigma erzählen. Es weist in Richtung der vielen kleinen Schritte und betont das Recht, nicht auf Kosten anderer leben zu müssen. Um dies exemplarisch anzugehen, soll die Erzählung auf die Zielgruppe der vom Jobcenter/ der Arbeitsagentur betreuten Menschen angepasst werden.

Die AG Politikvorschläge erarbeitet konkrete Politikvorschläge aus wachstumskritischer Perspektive. Diese sollen das Herzstück des „Maßnahmenpapiers“ ausmachen. Auf dem Treffen ist die AG und damit auch die gesamte ZE ein gutes Stück voran gekommen: Der von der AG erarbeitete Entwurf wurde in einem „World Café“ von den Teilnehmenden kommentiert, daraufhin die einzelnen Bereiche diskutiert und schließlich in der Gruppenarbeitsphase weiter ausgearbeitet. Die AG geht mit dem Auftrag, weiter an der Ausarbeitung der Vorschläge zu arbeiten, aus dem Treffen heraus.

Die dritte AG arbeitet an Lobby-Strategien für eine Wachstumswende. Das Feld der Postwachstumspolitik greift in verschiedene Ressorts und Zuständigkeiten. Eine große Gruppe von verschiedenen Akteuren ist potenziell adressierbar – je nach konkretem Politikvorschlag und damit einhergehendem Ziel. Im nächsten Schritt sollen mit einem in der AG erarbeiteten Analyse-Schemata die Politikvorschläge der AG 2 angegangen werden, um so zu einem systematischen Ansatz an die Kommunikation der und Weiterarbeit an den Politikvorschlägen zu kommen.

Die vierte AG befasst sich mit möglichen Themenvorschlägen für eine neue Enquete-Kommission im Bundestag in der kommenden Legislaturperiode. Sie diskutiert verschiedene thematische Schwerpunkte, wie u.a. Geld und Finanzen, Zukunft der Arbeit, Ressourcenschutz und -nutzung, Soziale Sicherungssysteme. Ergebnis dieser Sitzung war, dass im Thema „Zukunft der Arbeit“ die größte Brisanz und Komplexität gesehen wird (viele Akteure, viele gesellschaftliche Prozesse, viele aktuelle politische Veränderungsprozesse etc.).

Für eine Übersicht über aktuelle Termien aus dem wachstumskritischen Spektrum siehe:
http://www.postwachstum.de/termine und https://wachstumswende.de/group/forum/event/calendar/.

Buch: Postwachstumspolitiken. Wege zur wachstumsunabhängigen Gesellschaft. 328 Seiten, oekom verlag München, 2017, ISBN-13: 978-3-86581-823-2, Erscheinungstermin: 09.02.2017

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